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<subtitle type="text">Klarinette</subtitle>
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<updated>2022-02-22T15:23:13Z</updated>
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			<name>Robert Klessing</name>
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		<published>2016-01-16T13:47:54Z</published>
		<updated>2016-01-16T13:56:40Z</updated>
		<title type="html">2013 - Moving Sounds verzaubern in Pfarrkirche</title>
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<![CDATA[<p class="author">Gießener Allgemeine Zeitung, 17.07.2013</p>

<h1>»Moving Sounds« verzaubern in Pfarrkirche</h1>

<p>Marburg. Es war nicht nur das Abschlusskonzerts des Stadtfestes »3 Tage Marburg«, es war auch etwas ganz Besonderes: </p>

<p>Das Konzert von Markus Stockhausen und Tara Bouman als Duo »Moving Sounds« mit ihrem Programm improvisierter Musik verzauberte am Sonntagabend die fast 700 Zuhörer in der lutherischen Pfarrkirche.</p>

<p>Schon der Beginn war anders. Stockhausen (Trompete und Flügelhorn) und Bouman (Klarinette und Bassklarinette) starteten vom Eingang her und ließen ein sehr ruhiges, überblendendes Wechselspiel einzelner Töne erklingen, ganz einfach gespielt. Die meisten Zuhörer bekamen erst mal nicht ganz genau mit, woher die Töne kamen. Die hervorragende Akustik der Kirche – relativ kleiner Hall und eine vorzügliche Höhenverständlichkeit zusammen mit einer fast homogenen Klangverteilung – ließ dennoch jeden in den Genuss der Musik kommen. Zum ersten Mal machten Stockhausen und Bouman deutlich, dass »Moving Sounds« auch das Wandern der Klänge bedeutete. Langsam begannen die Menschen sich zu beruhigen; der Beifall war sogleich umfassend und anhaltend – bis zum letzten, dann enormen Aufbrausen zum Schluss.</p>

<p>Im zweiten Titel, »Andrea«, wurde gleichzeitig begonnen. Stockhausen setzte teils rhythmische Vorgaben, die Bouman aufgriff und die dann zu sanften Gemeinsamkeiten führten – ein leichte Veränderung der Spielweise, die aber bei der geübten Knappheit der Instrumente und Spielweisen sofort auffiel. Für »Belfort« wechselte Stockhausen vom Flügelhorn zur Trompete, Bouman spielte Bassklarinette, auf der sie zuweilen didgeridooartige Elemente lieferte; sehr effektvoll: Die Facetten mehrten sich, während die Trompete förmlich erstrahlte. Es war ein verspieltes Umeinandertirilieren, freier als bis dato und durchaus heiter. Auffällig war hier besonders, wie exzellent die Bassklarinette im Raum tragend agieren konnte, mühelos von vorn bis hinten reichend, perfekt artikuliert und wunderschön im Klang.</p>

<p>Ein Merkmal des Duos, das auch für Stockhausen gilt, der in der Region schon 2010 mit Ferenc Snetberger auf dem Kirchberg in Lollar brillierte. Er spielte in Marburg einfach vollkommen reine, gleichsam naturbelassene Töne, superb intoniert und mit einer Stabilität sensibel im Raum gestaltet, die ihresgleichen suchte: überragend. Hier zeigte sich, wie gleichsam reine Musik zu einer Wirkung gelangen kann, der sich praktisch jeder hingab. Kaum denkbar, dass fast 700 Menschen noch stiller und vor allem noch ruhiger sein können. Der Atem des Sitznachbarn zum Beispiel, zu Beginn deutlich und schwer, ging inzwischen ganz ruhig und flach.</p>

<p>Die rare Kombination von Bassklarinette und Piccolotrompete erklang in der ungemein sanften »Serenade«. »Wir haben hier nur eine Stimmung im Kopf«, erklärte Stockhausen hier die Arbeitsweise mit der improvisierten Musik, »und eine bestimmte Tonleiter, das ist uns das Thema.« Dazu erklangen auf der Trompete ganz kleine, feine Klangminiaturen und geradezu gehauchte Ergänzungen von Bouman. Aber es wurde nicht nur geschwungen und geschwebt. Plötzlich gab’s einen Wechsel vom eher Getragenen zum Flüssigen, ein freies, scherzendes Miteinander, bei dem Bouman auch schon mal ins Instrument sang.</p>

<p>Mit seinem faszinierend multitonalen, virtuosen Solo auf einem asiatischen Becken, später mit Bassklarinette, brachte Stockhausen so einige Zuhörer in ihren Grenzbereich. Doch mit dem abschließenden Wechselspiel zwischen den entferntesten Punkten der Kirche, einem wunderbar weichen und dennoch prägnanten Stereoerlebnis, war die musikalische Welt dann wieder ganz in Ordnung. Ein Abend von superber Musikalität und zugleich glaubhafter emotionaler Kraft, dargeboten mit fast elementaren musikalischen Elementen: wahrhaft bewegend, und das ist die zweite Bedeutung von »Moving Sounds«. <cite>© Gießener Allgemeine Zeitung 2013 &ndash; +++(ex)www.giessener-allgemeine.de#http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Hessen/Artikel,-Moving-Sounds-verzaubern-in-Pfarrkirche-_arid,433445_regid,1_puid,1_pageid,11.html+++</cite></p>]]>
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		<author>
			<name>Robert Klessing</name>
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		<published>2016-01-16T13:40:53Z</published>
		<updated>2016-01-16T13:56:16Z</updated>
		<title type="html">2014 - Moving Sounds in der Jesus-Christus-Kirche - Moving Sounds</title>
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		<summary type="html">
<![CDATA[<p class="author">Meinerzhagener Zeitung, 27.5.2014 &ndash; Von Monika Salzmann.</p>

<h1>Moving Sounds in der Jesus-Christus-Kirche</h1>

<p><strong>Meinerzhagen.</strong> Aus weiter Ferne dringen lang gezogene Töne, zunächst kaum hörbar, ans Ohr. </p>

<p>Je intensiver der Klang wird, desto deutlicher kristallisieren sich die Tonfarben der Instrumente – der weiche Klang der Klarinette und der warme Ton des Flügelhorns – heraus. Vergeblich wartet der Zuhörer auf eine Melodie im herkömmlichen Sinn. Aus dem Augenblick heraus geboren – improvisiert, intuitiv, spirituell und geheimnisvoll – ist diese Musik, die vom ersten Moment an in ihren Bann zieht.</p>

<p>Der Name des Ensembles, „Moving Sounds“, spricht für sich. Egal wie die Übersetzung lautet &ndash; „bewegende Töne“ oder „Töne, die sich bewegen“: beides ist richtig. Sie berühren und bewegen emotional zutiefst, diese Töne, und sie sind in steter Bewegung, ergänzen sich, widersprechen sich, laufen aufeinander zu und driften wieder auseinander. Nicht festzuhalten, frei und eigenwillig, spontan und so wie gespielt nie wieder zu hören Von gängigen Hörgewohnheiten galt es sich am Sonntag in der Jesus-Christus-Kirche beim Gastspiel des Duos „Moving Sounds“ – Markus Stockhausen (Trompete, Piccolo-Trompete und Flügelhorn) und Tara Bouman (Klarinette und Bassklarinette) &ndash; zu verabschieden. Auf Einladung von KuK – Verein für Kommunikation und Kultur machten der bekannte Trompeter, der 1981 den Deutschen Musikwettbewerb gewann und zu den vielseitigsten Künstlern der Gegenwart zählt, und seine (musikalische und private) Partnerin in Meinerzhagen Halt.</p>

<p>Einer außergewöhnlichen, spannenden und faszinierenden Reise durch die Welt der Klänge kam das Klangkonzert der beiden Virtuosen, die ihre Instrumente meisterhaft beherrschten, gleich. „Das Meiste entsteht im Moment“, erklärte Markus Stockhausen, der als Musiker, Improvisator und Komponist in der Welt von Klassik, Jazz und zeitgenössischer Musik zu Hause ist, vorab. „Es hängt vom Raum ab, wie man durch den Wald an Tönen und Klängen geht.“ Auf die Schwingungen des Raums, die eigene Stimmung, auch die Anwesenheit der Zuhörer komme es bei der „Musik ganz aus dem Moment“ an. „Wir haben eine Vielzahl von Ideen im Kopf. Es hängt von der Stimmung, vom Publikum ab, welche Musik daraus entsteht.“ Teilweise, so bei einer „Serenade“, war nichts vorgegeben außer der Tonart und der Art des Stücks. Augen schließen und genießen hieß es beim „Dialog“, den Markus Stockhausen mit Schlägen auf ein Becken einleitete. „Achten Sie darauf, wie sich im Raum die Obertöne bewegen“, riet der gebürtige Kölner. „Wer noch nicht wusste, was Obertöne sind, kann das jetzt sehr deutlich hören.“ Faszinierend, wie sich der Ton mit einer Vielzahl der Frequenz des Grundtons im Raum entfaltete. Allerfeinste Nuancen nahmen die Sinne, bewusst geschärft, wahr. Von allen Seiten drangen Schwingungen ans Ohr. „Alles in der Welt steht in Resonanz zueinander“, dazu Stockhausen. Nicht nur der schier unendliche Klangkosmos, den sich die beiden Interpreten mit ihren verschiedenen Instrumenten in der Kirche eroberten, auch die Vielzahl der Spieltechniken, die zum Einsatz kamen, zeigten die wahren Könner.</p>]]>
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		<author>
			<name>Robert Klessing</name>
		</author>
		<published>2016-01-16T13:37:38Z</published>
		<updated>2016-01-16T13:37:38Z</updated>
		<title type="html">2014 - Wandelkonzert im Bonner Münster - Moving Sounds</title>
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		<summary type="html">
<![CDATA[<p class="author">Bonner Generalanzeiger 09.08.2014 &ndash; Von Guido Krawinkel.</p>

<h1>Wandelkonzert im Bonner Münster &ndash; Musiker und Klänge in Bewegung</h1>

<p>BONN.  Mucksmäuschenstill war es im Münster zu nächtlicher Stunde. Konzentriertes Lauschen bestimmte die Atmosphäre beim Wandelkonzert mit dem Trompeter Markus Stockhausen und der Klarinettistin Tara Bouman.</p>

<p>Die beiden loteten unter dem Motto Moving Sounds das klangliche Potenzial ihrer Instrumente und des Raumes aus. Talking Sounds wäre allerdings auch ein denkbarer Titel für diese Performance gewesen, hatte man doch während der gut anderthalb Stunden stets den Eindruck, einer intensiven Unterhaltung zweier Instrumente zu lauschen.</p>

<p>Das begann schon im Kreuzgang, wo die beiden Musiker das Konzert eröffneten, zunächst motivisch wie räumlich enge Kreise umeinander zogen, die sich im Laufe der weiteren Entwicklung des Geschehens immer weiter zogen. Eigentlich sollte man nicht meinen, dass das bloße improvisatorische Miteinander zweier Musiker so spannend werden kann, doch schafften es Stockhausen und Bouman zweifellos, die Zuhörer mit ihren musikalischen Interaktionen in ihren Bann zu ziehen.</p>

<p>Schöner wäre es indes noch gewesen, wenn sie die räumlichen Gegebenheiten des Kreuzgangs noch weiter ausgelotet hätten, doch nach gut zehn Minuten ging es schon rüber in die Münsterkirche.</p>

<p>Aber auch hier bot sich den beiden Musikern ein reiches Spektrum an architektonischen wie akustischen Möglichkeiten, das sie beim stetigen Wandeln durch den Kirchenraum erkundeten. Unglaublich war immer wieder, wie spontan die beiden aufeinander reagierten, das Spiel des Anderen mit ihrem intuitiven, von festgelegten Schemata völlig befreiten Ansatz aufgriffen, verwandelten, spiegelten. Lang anhaltender Beifall.</p>]]>
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		<author>
			<name>Robert Klessing</name>
		</author>
		<published>2016-01-16T13:34:51Z</published>
		<updated>2016-01-16T13:55:58Z</updated>
		<title type="html">2015 - „Search for Buddha“ in der Oetkerhalle</title>
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		<summary type="html">
<![CDATA[<p class="author">Neue Westfälische, 09.02.2015, von Andreas Klatt, Bielefeld</p>

<h1>Sandesh Shandilyas orchestrale Biografie „Search for Buddha“ in der Oetkerhalle</h1>

<p>Die meisten Hollywoodfilme folgen demselben Schema: Ein Held wird aus dem gewohnten Trott gerissen, einem annehmlichen, aber unspektakulären Leben. </p>

<p><img src="https://www.tarabouman.de/images/42.jpg" alt="" width="1200" height="600" /> </p>

<p>Zunächst weigert er sich, dem Ruf zu folgen: Im Auenland ist es einfach zu schön! Dann tritt er die Reise doch an und mit diesem Einverständnis öffnen sich ungeahnte Türen, kreuzen Mentoren seinen Weg, die beim Meistern der schwersten Prüfung mit Rat und Tat zur Seite stehen. Was folgt, ist die Rückkehr in die alte Welt – als veränderter, gereifter Mensch, der den Funken der Erkenntnis weiterträgt.</p>

<p>Zu diesem Thema entwickelte der indische Filmmusikkomponist Sandesh Shandilya im Auftrag des WDR mit „Search for Buddha“ ein in vielerlei Hinsicht Brücken schlagendes Musikprojekt – und Bielefeld hatte am Samstag das Glück, vom einem hochkarätig besetzten Ensemble die Botschaft Buddhas auf eine Weise nahegebracht zu bekommen, die auf unmittelbare Weise mit den Seelen der Zuhörenden in Austausch trat. Und das scheint ein segensvoller Zugang, ist Buddhas Erkenntnis, dass Leben und Tod letztlich eine Illusion sind, dem Verstand doch nicht zugänglich. </p>

<p>Joseph Campbell heißt der amerikanische Anthropologe, der Mitte des letzten Jahrhunderts anfing, Mythen aus allen Kulturen zu vergleichen – und das archetypische Muster der Heldenreise herauszuarbeiten, das so viele Generationen von Drehbuchautoren inspirierte. Aber wie verhält es sich mit einer Reise, die vornehmlich das Innenleben betrifft und in einer umwälzenden Bewusstseinstransformation ihren Höhepunkt findet? </p>

<p>„Wir leben in aufreibenden Zeiten und suchen überall nach Frieden und Freude. Gautama Buddha lehrte uns, diese Werte in uns zu finden“, beschreibt Shandilya, was er mit seiner Musik transportieren möchte. Dazu trägt sicher auch die symbolträchtige Vielfalt des Orchesters, der Solisten und Dirigent Wayne Marshall aus verschiedenen Kontinenten bei. In der Oetkerhalle bot sich ein ungewohntes Bild: WDR-Funkhausorchester und -chor, gesäumt von Tabla-Spieler Hanif Khan und Percussionist Rhani Krija, Markus Stockhausen an der Trompete, Tara Bouman an der Klarinette und Sänger Rabih Lahoud, der die Entwicklungsstationen Buddhas mit eingängigen, zu Herzen gehenden Versen begleitete. Bleibt die Frage: Wie überführt man den Klang der Stille, jenseits von Gedanken und Worten, die innere Explosion, die Süße des Universums, reines Bewusstsein in eine musikalische Struktur?</p>

<p>Der Abend lebte von der Live-Darbietung: Komponist Shandilya sang selber mit. Er nahm vor dem Orchester Platz, versenkte sich in die Musik. In seinem Gesicht spiegelte sich die Wonne, die Buddha auf seinem Weg erfährt. Die Auflösung der Dualität, die letztlich über den Tod siegt und das letzte Stück des Abends, die Abschiedsfeier zu Buddhas Tod, zu einem fulminanten Finale werden lässt, in dem der uneingeschränkten Bejahung des Lebens ein musikalisches Denkmal gesetzt wird.</p>

<p>Die Zeit dazwischen entfaltet schnell einen meditativen Sog: Weltmusik und Bollywood, Jazzelemente und ein Hauch Frank Sinatra, geschwungene, opulente Passagen und sagenhafte Percussion- Dialoge wechseln sich ab wie Ebbe und Flut, ergeben eine feine, ungeheuer reichhaltige Textur, über der mondgleich die Stille in Shandilyas Gesichtsausdruck schwebt. Der Chor singt zunächst auf Hindi, dann auf Englisch. Am Ende schwappt ein Mantra zu Ehren Buddhas von den Musikern auf die Besucher über, die eingeladen sind mitzusingen und Anteil zu haben an gelebter Spiritualität. </p>

<p>Irgendwo zwischen den Noten und Taktstrichen hat Buddhas Suche nach dem Glück Funken geschlagen und manch ein Besucher des bemerkenswerten Abends geht nach ausgiebigen, stehend gegebenen Ovationen womöglich mit dem Gefühl nach Hause, etwas von diesem Feuer mitnehmen und weitertragen zu können. </p>]]>
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		<author>
			<name>Robert Klessing</name>
		</author>
		<published>2016-01-16T13:28:54Z</published>
		<updated>2016-01-16T13:55:41Z</updated>
		<title type="html">2015 - Eine </title>
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		<id>tag:www.tarabouman.de,2016-01-16:1c4412d3c83807492de4fc4f2ab8887c/29f5158732521db4a7f781ee1ea55b37</id>
		
		
		<summary type="html">
<![CDATA[<p class="author">Lippisches Kultur-Journal, 17.03.2015 </p>

<h1>Eine „gigantische“ Atmosphäre</h1>

<p>Tara Bouman und Markus Stockhausen musizieren zur Hangar-Ausstellung</p>

<p><strong>Detmold (ans).</strong> Traumhafte Musik ist jetzt durch die Ausstellung der von Gabriele Stieghorst im Hangar 21 aufgestellten Giganten (wir berichteten gestern) geströmt. Tara Boumann und Markus Stockhausen lieferten den Klang der Zeitlosigkeit.</p>

<p>Musik ist Raum. Die Klarinettistin Tara Boumann und der Trompeter Markus Stockhausen haben diese Dimension ganz tief in sich aufgenommen. Sie spielen von überall her aufeinander und auf ihre Zuhörer zu. So auch am Samstagabend im Hangar 21, jenem Ort, der mit der Ausstellung der Giganten von Gabriele Stieghorst wieder einmal seine eigentliche Bestimmung gefunden hat: So frei wie sich die monumentalen Figuren in diesem Raum ausbreiten können, so frei nutzten ihn die beiden Ausnahmemusiker. Sie gelangten in einen Dialog in der ganz eigenen Akustik dieses Saales und setzten sie dazu ein, den vielen Zuhörern eine Musik zu schenken, die scheinbar sämtliche Regeln hinter sich ließ.</p>

<p>In weiten Linien, in denen das Erbe Schönbergs sich zwanglos mit an archaisch anmutende Folklore traf, gemahnten die beiden Musiker an die Utopie aller Musik: eine freie Begegnung in einer Welt ohne Urteil zu ermöglichen. Das aus der langjährigen Erfahrung der Musiker erwachsende intensive Zusammenspiel lieferte dabei eine ungezwungene Fülle an herrlichen Dialogen.</p>

<p>Da traf eine sich kraftvoll aus einem repetierenden Ton speisende Rhythmik der Trompete auf die selbstbewusst wirkenden Klänge der Klarinette. Da schmiegte sich die Lyrik eines Flügelhorns geschwisterlich an die der Klarinette. Da trafen die fernen Höhen einer Es-Trompete auf groovenden Töne einer Bassklarinette &ndash; die manchmal gemeinsam mit der Trompete ein „Leitmotiv“ spielte, das an Wagnersche Oppulenz erinnerte. </p>

<p>Aber damit nicht genug. Markus Stockhausen erforschte geradewegs eine neue Klangwelt für die Trompete, indem er einzelne Töne durch den Raum schwingen ließ. Noch tiefer wagte sich Stockhausen die Welt der Neuen Musik hinein, als er ein einzelnes Becken einsetze. Mit einer traumhaft sicheren Schlagtechnik entlockte er diesem eine Art Rauschen, dessen Obertöne sich in der Halle zu einem nuancenreichen Klang öffneten. Über all diese Parameter hinaus entwickelte die Musik von Stockhausen und Bouman eine ganz besondere Atmosphäre im Hangar, die ganz und gar zeitlos wirkte. Gigantisch.</p>

<p>© 2015 Neue Westfälische Lippische Landes-Zeitung, Dienstag 17. März 2015</p>]]>
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